Was Google über deine Firma weiß und wie du es prüfst
Was „Entität“ bedeutet
Früher hat Google vor allem Wörter auf Webseiten verglichen. Heute versucht es zusätzlich zu verstehen, welche „Dinge“ hinter den Wörtern stehen: Personen, Orte, Firmen. Ein solches Ding nennt man Entität. Deine Firma kann eine Entität sein. Zu ihr gehören dann Eigenschaften wie Name, Adresse, Branche, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Inhaber und die Verbindungen zu anderen Dingen, zum Beispiel zu deiner Stadt oder deiner Kammer.
Die Sammlung dieser Dinge und ihrer Verbindungen heißt Knowledge Graph (auf Deutsch etwa: Wissensnetz). Manchmal zeigt Google bei der Suche nach einer Firma einen Infokasten an, das Knowledge Panel. Nicht jede Firma bekommt einen solchen Kasten, und du kannst ihn nicht kaufen. Bei vielen kleinen Betrieben erscheint stattdessen das Profil mit Karte und Bewertungen.
Für dich bedeutet das: Je klarer und widerspruchsfreier die Angaben über dich im Netz sind, desto sicherer kann ein System dich als einen bestimmten Betrieb erkennen. Das gilt auch für KI-Assistenten, die ihre Antworten aus ähnlichen Quellen speisen. Wie genau die Systeme arbeiten, wissen nur ihre Betreiber, einiges lässt sich aber ganz einfach prüfen.
Der 15-Minuten-Selbsttest bei Google
Du brauchst dafür nur einen Browser und am besten ein privates Fenster (Inkognito), damit deine eigene Suchhistorie die Ergebnisse weniger beeinflusst. Mach dir dabei Notizen.
- Firmenname suchen. Gib deinen Firmennamen genau so ein, wie er im Impressum steht. Was erscheint ganz oben? Deine Website? Ein Profil mit Karte? Ein Verzeichnis? Oder ein ganz anderer Betrieb mit ähnlichem Namen?
- Firmenname plus Ort. Suche zum Beispiel „Beispiel Elektrotechnik Musterstadt“. Prüfe Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und die Kategorie, die angezeigt wird.
- Kunden-Suche nachstellen. Suche so, wie ein Kunde es täte: „Elektriker Musterstadt“ oder „Notdienst Elektro Musterstadt“. Erscheinst du? An welcher Stelle? Welche Betriebe stehen vor dir? Merke dir, was sie anders zeigen.
- Google Maps öffnen. Suche deinen Betrieb in der Karte. Liegt der Pin an der richtigen Stelle? Sind Fotos und Zeiten aktuell?
- Auf Dubletten achten. Findest du zwei Einträge für denselben Betrieb, zum Beispiel an der alten und neuen Adresse? Notiere beide.
Schreibe jede Abweichung in eine Tabelle: Fundstelle, falsche Angabe, richtige Angabe. Diese Tabelle ist später deine Arbeitsliste.
Was ein KI-Assistent über dich erzählt
Immer mehr Menschen fragen nicht mehr Google, sondern einen Chatassistenten. Probiere es selbst aus, mit mehreren Fragen:
- „Was weißt du über die Firma [Name] in [Ort]?“
- „Welche [Branche]-Betriebe kannst du in [Ort] empfehlen?“
- „Wie erreiche ich [Name], und was bietet die Firma an?“
Lies die Antworten mit Abstand. KI-Programme können Dinge erfinden, was man „Halluzination“ nennt, und mischen manchmal Betriebe mit ähnlichen Namen. Behandle das Ergebnis deshalb nicht als Wahrheit, sondern als Hinweis darauf, was im Netz über dich auffindbar ist und wie es verstanden wird. Wiederhole die Fragen an einem anderen Tag und in einem anderen Assistenten, weil sich Antworten ändern können.
Notiere: Wird dein Betrieb überhaupt genannt? Stimmen Ort und Leistungen? Werden Angaben aus alten Quellen wiederholt? Das Zusammenspiel dieser Faktoren fasst man unter KI-Sichtbarkeit zusammen. Es ist ein neues Feld, und kaum jemand kann dir heute verlässlich sagen, wie du genannt wirst. Wichtig ist, dass du dir ein eigenes Bild machst und keine Versprechen von Anbietern glaubst, die eine bestimmte Nennung garantieren wollen.
Das Google-Unternehmensprofil: dein direkter Draht
Das Google-Unternehmensprofil ist der kostenlose Eintrag, den du selbst bei Google für Suche und Karten pflegst. Es ist die Stelle, an der du Google direkt sagen kannst, wer du bist. Gerade für Local SEO, also Auffindbarkeit bei Suchen mit Ortsbezug, ist es zentral.
- Profil finden oder anlegen. Suche deinen Firmennamen in Google Maps. Existiert ein Profil, beanspruchst du es, statt ein neues anzulegen. Sonst legst du ein neues an.
- Bestätigen. Google verlangt eine Verifizierung, damit nicht jeder fremde Profile übernehmen kann. Je nach Fall läuft das per Postkarte, Anruf, E-Mail oder Video.
- Angaben vervollständigen. Name (genau wie im Impressum), Adresse oder Servicegebiet, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten, Hauptkategorie, Nebenkategorien, Leistungen, Fotos.
- Name nicht aufblähen. Pack keine Stichworte in den Firmennamen („Beispiel Elektro – Notdienst – günstig – 24h“). Google sieht das in seinen Richtlinien als Verstoß, und das Profil kann gesperrt werden.
- Pflegen. Aktualisiere Zeiten bei Feiertagen, beantworte Bewertungen und stelle neue Fotos ein.
Hast du kein Ladengeschäft, sondern fährst nur zu Kunden, kannst du die Adresse verbergen und ein Servicegebiet angeben. Die Regeln dafür ändern sich gelegentlich, daher lies die aktuelle Hilfe von Google.
Fehler finden und korrigieren
Mit deiner Tabelle aus dem Test gehst du jetzt die Fehler an. Beginne mit den Quellen, die du selbst kontrollieren kannst.
- Deine Website. Prüfe Impressum, Kontaktseite und Fußzeile. Wenn dort schon Unterschiedliches steht, kann es kein Verzeichnis richtig machen.
- Google-Unternehmensprofil. Korrigiere falsche Angaben direkt im Profil. Dubletten meldest du über die Funktion „Problem melden“ oder Hilfeseiten von Google.
- Verzeichnisse. Melde dich bei den Betreibern und lass Name, Adresse und Telefon ändern. Anleitungen findest du in unserem Artikel zu Branchenbüchern, siehe auch Branchenverzeichnis.
- Fremde Seiten. Schreibe die Betreiber freundlich an und bitte um Korrektur.
- Knowledge Panel. Wenn Google ein Panel zu deiner Firma zeigt, bietet es in der Regel an, es nach einer Bestätigung deiner Identität zu beanspruchen und Änderungen vorzuschlagen.
Schreibe keinen Wikipedia-Artikel über deinen eigenen kleinen Betrieb. Wikipedia hat Relevanzkriterien und sieht Eigenwerbung ungern. Das führt meist nur zu einer Löschung. Besser ist es, wenn unabhängige Stellen dich nennen, etwa die lokale Presse oder deine Kammer.
Plane Geduld ein. Änderungen wirken nicht sofort, sondern erst, wenn die Systeme die Quellen neu gelesen haben. Ein fester Zeitraum lässt sich dafür nicht nennen.
Verbindungen stärken, damit dich Systeme sicher zuordnen
Eine Entität wird dann gut erkannt, wenn viele Stellen dieselbe Geschichte erzählen. Du kannst nachhelfen:
- Verwende überall denselben Firmennamen und dieselben NAP-Daten (Name, Adresse, Telefon).
- Verknüpfe deine Profile mit der Website, indem du sie auf der Seite verlinkst, und nenne sie im technischen Teil über sameAs.
- Pflege Einträge bei Kammer, Innung und Verband und nenne dort deine Website.
- Nenne auf der Seite „Über uns“ die Person hinter dem Betrieb mit Funktion und Qualifikation.
- Habt ihr einen ähnlichen Namen wie ein anderer Betrieb, setze konsequent den Ort oder das Gewerk dazu, damit man euch auseinanderhalten kann.
Sieh die Prüfung nicht als einmalige Aktion. Wiederhole den Selbsttest etwa alle drei Monate und nach jeder größeren Änderung wie Umzug, neuer Rechtsform oder Namensänderung. Vergleiche die Ergebnisse mit deiner Tabelle.
Typische Funde im Test und was du besser lässt
Typische Funde im Selbsttest und was sie bedeuten
Beim ersten Test zeigen sich meist die gleichen Befunde. So deutest du sie:
- Du findest dich gar nicht. Dann hat Google noch kein klares Bild von dir. Häufige Ursachen sind eine neue Website, ein fehlendes Profil oder ein sehr allgemeiner Firmenname. Lege das Unternehmensprofil an, stelle Impressum und Kontaktdaten klar dar und sorge für wenige, aber saubere Einträge in Verzeichnissen.
- Du findest einen anderen Betrieb mit ähnlichem Namen. Dann setze in Texten und Profilen konsequent Ort und Gewerk dazu, etwa „Beispiel Elektro Musterstadt, Elektroinstallation“.
- Du findest alte Daten. Das passiert nach Umzügen oder Namensänderungen. Suche die Quelle und lass sie ändern, am besten zuerst die großen Verzeichnisse und dein Profil.
- Du findest die Daten richtig, aber in der KI-Antwort fehlt dein Betrieb. Das ist bei kleinen Betrieben häufig. Hilfreich sind klare Texte auf deiner Website, Erwähnungen durch Dritte und Nachweise, die dich eindeutig einordnen. Eine feste Nennung lässt sich nicht erzwingen.
- Du siehst Bewertungen, die nicht zu dir gehören. Dann liegt vermutlich eine Verwechslung oder ein doppeltes Profil vor. Melde das über die Hilfeseiten der Plattform.
Mach nach jeder Korrektur eine Notiz mit Datum. So siehst du später, welche Änderung Wirkung gezeigt hat.
Was du besser lässt
Rund um dieses Thema werden Dienste angeboten, die mehr versprechen, als sie halten können. Lass die Finger von folgenden Dingen:
- Anbieter, die dir „garantierte“ Knowledge Panels oder Nennungen in KI-Antworten verkaufen wollen
- mehrere Google-Profile für denselben Standort, um öfter aufzutauchen; das verstößt gegen die Richtlinien
- erfundene Standorte oder Adressen, die du nur eintragen lässt, um in mehr Orten zu erscheinen
- gekaufte Bewertungen oder Einträge, die deine Daten verfälschen
- heimliche Änderungen am Firmennamen, nur um bei einer Suchanfrage besser zu passen
Solche Tricks können zur Sperrung deines Profils führen und kosten Vertrauen. Der verlässlichere Weg ist langsam, aber stabil: gleiche Angaben überall, nachprüfbare Nachweise, ehrliche Bewertungen und echte Erwähnungen durch Dritte.
Wie erwähnung.de das abbildet
Auf der Erwähnungs-Karte jeder Firma sammeln wir die Angaben aus mehreren Quellen an einer Stelle. Die Konsistenz-Ampel zeigt, ob Name, Adresse und Telefon in den gefundenen Quellen zusammenpassen oder wo sie abweichen. Im Fakten-Index zählen die KI-Sichtbarkeit mit 20 % und die Daten & Erreichbarkeit mit 30 %. Aufnahme und Rang sind nicht käuflich. Wie das im Detail funktioniert, steht unter So entstehen die Listen.
Dein Eintrag ist kostenlos übernehmbar unter Eintrag übernehmen. Dann siehst du selbst, welche Angaben wir zu deiner Firma führen, und kannst Fehler melden. Wenn du die laufende Pflege abgeben willst, gibt es unter Datenpflege ein Angebot, das nur der Aktualität deiner Daten dient und deinen Rang nicht verändert.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich ein Knowledge Panel für meine Firma?
Das kannst du nicht direkt beantragen oder kaufen. Google entscheidet, ob es zu einer Entität ein Panel zeigt. Du kannst die Chancen verbessern, indem du überall konsistente Angaben pflegst, ein vollständiges Unternehmensprofil führst und von unabhängigen Stellen genannt wirst. Eine Garantie gibt es nicht.
Was tue ich, wenn Google eine falsche Telefonnummer zeigt?
Prüfe zuerst deine Website und deine Einträge, denn Google zieht Angaben aus mehreren Quellen. Korrigiere dann die Nummer im Google-Unternehmensprofil und in den Verzeichnissen. Bis die Änderung überall sichtbar ist, kann es dauern.
Darf ich einem KI-Assistenten glauben, was er über meine Firma sagt?
Nicht blind. KI-Programme geben manchmal falsche oder vermischte Angaben aus. Nutze die Antworten als Hinweis, was im Netz auffindbar ist, und prüfe die Quellen. Korrigiere dann die Stellen, an denen die falschen Angaben herkommen.
Brauche ich ein Google-Unternehmensprofil, wenn ich keinen Laden habe?
Auch Betriebe, die nur zu Kunden fahren, können ein Profil führen und statt der Adresse ein Servicegebiet angeben. Welche Regeln Google dafür aktuell vorgibt, siehst du in der Hilfe zum Profil.
Wie oft sollte ich prüfen, was Google über meine Firma weiß?
Etwa alle drei Monate und immer, wenn sich etwas Wichtiges ändert, zum Beispiel Adresse, Name, Telefonnummer oder Öffnungszeiten. Die 15 Minuten des Selbsttests reichen dafür in der Regel.