Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen: die Checkliste
Was das Google-Unternehmensprofil ist
Wenn du bei Google nach einem Betrieb in deiner Nähe suchst, siehst du oft einen Kasten mit Name, Sternebewertung, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Fotos, daneben eine Karte. Das ist das Google-Unternehmensprofil. Früher hieß es „Google My Business“. Der Eintrag ist kostenlos, und du kannst ihn selbst verwalten, sobald du bestätigt hast, dass die Firma dir gehört.
Für viele lokale Betriebe ist das Profil der erste Kontakt mit neuen Kunden, noch vor der eigenen Website. Wer abends eine Notdienst-Nummer sucht oder wissen will, ob die Kanzlei samstags geöffnet hat, schaut genau dort. Deshalb lohnt es sich, dieses Profil sorgfältig zu pflegen. Es gehört zum Bereich Local SEO, also zu allem, was dazu beiträgt, vor Ort gefunden zu werden.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Wie Google Profile gewichtet, wird nicht im Einzelnen veröffentlicht. Die Checkliste unten beruht auf dem, was Google selbst als Pflichtangaben und Empfehlungen nennt und auf gesundem Menschenverstand: Je vollständiger und richtiger das Profil, desto leichter finden und kontaktieren dich Menschen. Eine bestimmte Platzierung kann dir niemand zusichern.
Profil beanspruchen und bestätigen
Bevor du etwas ändern kannst, musst du das Profil als deins bestätigen. So gehst du vor:
- Melde dich mit einem Google-Konto an. Nimm am besten ein Konto, das zur Firma gehört und nicht an eine einzelne Person gebunden ist, zum Beispiel eine eigene Firmen-Adresse. Sonst stehst du vor Problemen, wenn die Person, die das Profil angelegt hat, den Betrieb verlässt.
- Suche deine Firma in Google Maps oder in der Google-Suche. Gibt es schon einen Eintrag, kannst du ihn beanspruchen. Gibt es keinen, legst du ein neues Profil an.
- Wähle die Bestätigungsmethode, die Google anbietet. Je nach Fall ist das ein Anruf, eine SMS, eine E-Mail, ein Video oder eine Postkarte mit Code an die Firmenadresse. Die Postkarte braucht einige Tage, also rechne damit.
- Gib den Code ein, sobald er da ist. Erst dann gehört dir das Profil.
Sollte jemand anderes das Profil bereits beansprucht haben, zum Beispiel ein früherer Dienstleister, bietet Google ein Verfahren an, um die Inhaberschaft anzufragen. Das kann dauern. Gib deshalb Zugänge an Dienstleister immer so weiter, dass du selbst Inhaber bleibst und sie nur als Verwalter eingetragen werden.
Die Checkliste: Grunddaten
Diese Angaben sind die Basis. Sie müssen mit deiner Website und deinen anderen Einträgen übereinstimmen. Wie du das prüfst, steht im Ratgeber NAP-Konsistenz in 30 Minuten prüfen.
- Firmenname: so, wie du im Alltag auftrittst, also wie auf Schild, Briefkopf und Website. Füge keine Schlagwörter oder Ortsnamen hinzu, die nicht zum Namen gehören. „Mustermann Heizungsbau“ (Beispiel) ist richtig, „Mustermann Heizungsbau Günstig Notdienst Musterstadt“ nicht. Google schließt Profile mit solchen Namenszusätzen unter Umständen aus.
- Adresse: Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, genau wie im Impressum. Wenn Kunden nicht zu dir kommen, weil du beim Kunden arbeitest, kannst du die Adresse verbergen und stattdessen ein Einsatzgebiet angeben.
- Telefonnummer: die Hauptnummer, unter der du wirklich erreichbar bist. Eine zweite Nummer kannst du ergänzen.
- Website: die Hauptadresse deiner Seite. Prüfe, dass der Link funktioniert und auf eine Seite führt, die zum Profil passt.
- Öffnungszeiten: alle Wochentage, auch die geschlossenen. Trage Mittagspausen als zwei Zeitfenster ein. Pflege Sonderzeiten für Feiertage, Betriebsurlaub und Brückentage, bevor sie eintreten.
Die Checkliste: Kategorien, Leistungen, Beschreibung
Hier entscheidet sich, wofür man dich findet.
Hauptkategorie
Wähle die Kategorie, die deine Hauptleistung am genauesten beschreibt. Ein Heizungsbauer wählt eine Heizungs-Kategorie, nicht „Handwerker“ allgemein. Die Hauptkategorie ist die wichtigste Angabe im ganzen Profil, überlege also in Ruhe.
Weitere Kategorien
Ergänze nur Kategorien, die du wirklich anbietest. Wenn du zum Beispiel auch Solarthermie anbietest, kannst du das als zusätzliche Kategorie angeben. Übertreibe nicht: Wer alles anbietet, wirkt unscharf.
Leistungen
Liste auf, was du tust, kurz und in der Sprache deiner Kunden. Also „Heizungswartung“ und „Rohrbruch beheben“ statt Fachjargon, den nur die Branche versteht. Wenn möglich, ergänze zu jeder Leistung einen Satz.
Unternehmensbeschreibung
Beschreibe in wenigen Sätzen, wer du bist, was du anbietest, wo du arbeitest und was dich ausmacht (zum Beispiel Familienbetrieb seit einem bestimmten Jahr, Meisterbetrieb, Notdienst). Nutze nur Angaben, die stimmen und die du belegen kannst. Vermeide Werbesprüche wie „der beste Anbieter“ und Telefonnummern oder Links im Beschreibungstext, weil Google das nicht mag.
Attribute
Je nach Branche kannst du Merkmale ankreuzen, etwa barrierefreier Zugang, Terminvereinbarung online oder Zahlungsarten. Kreuze nur an, was zutrifft.
Die Checkliste: Fotos, Bewertungen, Beiträge
Fotos. Lade echte Bilder hoch: Außenansicht mit Firmenschild (damit man dich findet), Eingang, Team, Werkstatt oder Praxisräume, Fahrzeuge, fertige Arbeiten. Stockfotos wirken austauschbar und helfen Kunden nicht. Ein Foto vom Eingang spart Anfahrtsfragen. Fotos von Mitarbeitenden nur mit deren Einverständnis.
Logo und Titelbild. Lade beides hoch, damit dein Profil nicht anonym wirkt.
Bewertungen. Du kannst Kunden höflich um eine Bewertung bitten, zum Beispiel mit einem Link aus dem Profil, den du per Mail oder auf der Rechnung mitschickst. Nicht erlaubt sind gekaufte Bewertungen, selbst geschriebene Bewertungen und Anreize wie Rabatte für gute Bewertungen. Antworte auf jede Bewertung sachlich und freundlich, auch auf kritische. Eine ruhige Antwort zeigt Lesern mehr als fünf Sterne ohne Text. Mehr zum Begriff findest du unter Kundenbewertung.
Beiträge. Du kannst Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen als kurze Beiträge im Profil veröffentlichen. Das ist freiwillig. Wenn du es tust, dann nur mit echten, aktuellen Inhalten, zum Beispiel „Betriebsurlaub vom … bis …“ (mit konkreten Daten).
Fragen und Antworten. Prüfe, ob Fragen zu deinem Betrieb gestellt wurden, und beantworte sie. Falsche Angaben von Dritten korrigierst du so selbst.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Altes Profil nach Umzug oder Umbenennung: Wenn du den Standort wechselst, ändere die Adresse im bestehenden Profil, statt ein zweites anzulegen. Doppelte Profile für dieselbe Firma verwirren Kunden.
- Falsche Öffnungszeiten: Nichts ist ärgerlicher, als vor verschlossener Tür zu stehen. Prüfe die Zeiten vor jedem Feiertag.
- Zu viele Kategorien: Wähle wenige, passende Kategorien.
- Bilder aus dem Netz: Verwende nur Bilder, an denen du die Rechte hast.
- Zugang nur über eine Privatperson: Trage mindestens zwei Verantwortliche ein.
- Profil „anlegen und vergessen“: Trage dir zweimal im Jahr einen Termin in den Kalender, um alles durchzugehen.
- Verstöße gegen die Richtlinien: Wenn Google ein Profil als unzulässig einstuft, kann es gesperrt werden. Lies die Richtlinien deshalb einmal durch, bevor du Namen oder Kategorien änderst.
Sollte dein Profil gesperrt oder vorübergehend deaktiviert sein, hilft meist nur der in Google vorgesehene Widerspruchsweg. Halte dann Belege bereit, etwa Gewerbeanmeldung oder Fotos vom Firmenschild.
Eine Pflege-Routine, die in zehn Minuten klappt
Ein Profil, das einmal gut ausgefüllt wurde, bleibt nicht von selbst gut. Eine kleine Routine reicht aus, damit nichts veraltet.
Jeden Monat (etwa zehn Minuten)
- Neue Bewertungen lesen und beantworten.
- Nachsehen, ob jemand Fragen gestellt oder Änderungen vorgeschlagen hat. Google erlaubt es Nutzern, Änderungen anzuregen, und die sind nicht immer richtig.
- Ein oder zwei neue Fotos hochladen, zum Beispiel von einem abgeschlossenen Auftrag, sofern der Kunde einverstanden ist.
Vor jedem Feiertag und jeder Betriebspause
- Sonderöffnungszeiten eintragen, möglichst mehrere Wochen vorher.
- Nach der Pause kontrollieren, dass wieder die normalen Zeiten gelten.
Zweimal im Jahr
- Alle Grunddaten mit der Mustervorlage vergleichen.
- Leistungen und Beschreibung auf Aktualität prüfen: Gibt es neue Angebote, sind alte weggefallen?
- Prüfen, wer Zugriff auf das Profil hat. Mitarbeitende, die den Betrieb verlassen haben, entfernst du.
Trage diese Termine in deinen Kalender ein, am besten als wiederkehrende Aufgabe mit Link zum Profil. Wenn du dazu keine Lust hast, kannst du die Aufgabe einer festen Person im Betrieb zuweisen oder extern abgeben. Achte dabei darauf, dass du selbst Inhaber des Profils bleibst.
Das Profil mit dem Rest deiner Daten abgleichen
Dein Google-Unternehmensprofil ist eine Quelle von vielen. Andere Dienste lesen deine Angaben von Karten, Verzeichnissen und deiner Website. Stehen dort unterschiedliche Dinge, entstehen Widersprüche. Prüfe daher nach der Pflege, ob Name, Adresse, Telefon, Website und Öffnungszeiten überall gleich sind.
Auf erwähnung.de wird dieser Vergleich sichtbar gemacht: Die Konsistenz-Ampel auf der Erwähnungs-Karte zeigt, ob OpenStreetMap und deine Firmenwebsite bei diesen fünf Angaben übereinstimmen. Das Google-Profil selbst fließt dabei nicht ein, aber ein sauberes Profil macht es dir leicht, die Angaben auch an anderer Stelle gleich zu halten. Wenn dein Betrieb bei uns schon gelistet ist, kannst du den Eintrag kostenlos übernehmen und deine Daten prüfen. Wer die laufende Pflege abgeben will, findet das Angebot unter Datenpflege. Beides ändert nichts an der Platzierung in den Listen, die sich nach dem Fakten-Index richtet.
Häufige Fragen
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Das Profil selbst ist kostenlos. Bezahlen musst du nur, wenn du dir bei einem Dienstleister Hilfe buchst oder Werbung schaltest.
Wie lange dauert die Bestätigung?
Das hängt von der Methode ab. Bei Anruf oder E-Mail oft sofort, bei Postkarte meist einige Tage. Eine genaue Dauer kann ich dir nicht nennen, weil Google das Verfahren selbst bestimmt.
Darf ich meinen Firmennamen mit Stadt oder Leistung ergänzen?
Nur wenn es tatsächlich zum Namen gehört, wie er im Alltag und auf dem Schild steht. Zusätze nur für die Suche können zur Sperrung führen.
Kann ich Bewertungen löschen lassen?
Nur wenn sie gegen die Richtlinien verstoßen, zum Beispiel Beleidigungen oder erkennbar falsche Angaben. Du kannst sie melden, Google entscheidet. Unbequeme, aber echte Bewertungen bleiben stehen.
Brauche ich das Profil, wenn ich nur beim Kunden arbeite?
Ja, das kann sich trotzdem lohnen. Du kannst die Adresse ausblenden und dein Einsatzgebiet angeben, sodass Kunden dich in ihrer Umgebung finden.