Was auf deine Firmenwebsite gehört: Angaben für Google und KI
Deine Website ist für Google und KI zuerst ein Datenblatt
Wenn jemand „Heizungsbauer in Kassel“ eintippt, liest Google deine Seite nicht wie ein Kunde. Google und KI-Assistenten (das sind Chatprogramme, die Fragen in ganzen Sätzen beantworten) suchen nach klaren Angaben: Wer bist du? Was machst du? Wo? Wie erreicht man dich? Je eindeutiger diese Angaben dastehen, desto sicherer können Maschinen dich einer Anfrage zuordnen. Ein schönes Titelbild hilft dabei kaum, ein sauber geschriebener Satz im Text hilft sehr.
Dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Fehlen Angaben oder widersprechen sie sich, muss die Maschine raten. Wer rät, nimmt im Zweifel einen anderen Betrieb, bei dem alles eindeutig ist. Dieser Artikel zeigt dir, welche Angaben auf deine Website gehören und wo sie stehen sollten. Technik-Wissen brauchst du dafür kaum, das meiste ist Text, den du selbst schreibst.
Vorab der Hinweis: Das hier ist keine Rechtsberatung. Bei den gesetzlichen Pflichtangaben bekommst du den Rahmen. Wie sie in deinem Einzelfall genau aussehen müssen, klärst du mit einem Anwalt, deiner Kammer oder deinem Verband.
Das Impressum: Pflicht und zugleich deine verlässlichste Datenquelle
Das Impressum ist die Seite mit den Pflichtangaben zum Anbieter einer Website. Die Grundlage ist § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), früher stand das Gleiche in § 5 des Telemediengesetzes (TMG). Wer geschäftsmäßig eine Website betreibt, muss bestimmte Angaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar machen.
Typischerweise gehören dazu:
- dein Name beziehungsweise der Firmenname, bei Gesellschaften mit Rechtsform (zum Beispiel GmbH) und dem Namen der vertretungsberechtigten Person
- eine ladungsfähige Anschrift, also eine Adresse, an der man dich erreichen kann; ein reines Postfach genügt nicht
- eine E-Mail-Adresse und einen zweiten Weg zur schnellen Kontaktaufnahme, meist eine Telefonnummer
- Registergericht und Registernummer, wenn du im Handelsregister eingetragen bist
- die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls du eine hast
- bei Berufen mit besonderen Regeln (zum Beispiel Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte, einzelne Handwerke) zusätzlich die zuständige Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung und die Berufsregeln
Der Link zum Impressum gehört in die Fußzeile jeder Seite und sollte auch so heißen: „Impressum“. Ein Impressum mit fehlenden Angaben kann Ärger bringen, bis hin zu Abmahnungen. Nimm das Thema also ernst und lass es im Zweifel einmal prüfen.
Für Maschinen ist das Impressum eine der verlässlichsten Stellen deiner Seite, weil dort Firmenname, Rechtsform und Anschrift in fester Form stehen. Schreibe den Firmennamen dort genau so, wie er künftig überall stehen soll.
Name, Adresse, Telefon: überall exakt gleich
Die drei Angaben Name, Adresse und Telefonnummer nennt man zusammen NAP-Daten (aus dem Englischen: Name, Address, Phone). Stimmen sie auf deiner Website, im Google-Profil, in Branchenbüchern und auf Social-Media-Seiten überein, spricht man von NAP-Konsistenz. Das ist wichtig, weil Maschinen Angaben aus vielen Quellen abgleichen. Passen sie zusammen, wird die Zuordnung sicherer.
Ein Beispiel (fiktiv): Der Betrieb „Beispiel Elektrotechnik GmbH“ steht im Impressum so, im Seitenkopf als „Beispiel Elektro“, bei Google als „Elektro Beispiel“ und in einem Branchenbuch noch mit der alten Straße. Für einen Menschen ist das derselbe Betrieb. Für eine Maschine sind es im ungünstigen Fall vier verschiedene.
- Lege fest, wie dein Firmenname offiziell geschrieben wird, mit oder ohne Rechtsform. Orientiere dich am Impressum.
- Lege die Schreibweise der Adresse fest, zum Beispiel immer „Straße“ ausgeschrieben statt „Str.“, und halte dich daran.
- Schreibe die Telefonnummer immer im gleichen Format, am besten mit Vorwahl, zum Beispiel 0561 123456.
- Notiere die Festlegung in einer kurzen Textdatei. Wer später Profile anlegt, kopiert von dort.
- Prüfe deine Website auf Abweichungen: Kopfzeile, Fußzeile, Kontaktseite, Impressum, Datenschutzerklärung.
Ändert sich etwas, etwa durch einen Umzug oder eine neue Nummer, ändere es zuerst auf der Website und danach überall sonst.
Leistungen und Einsatzgebiet: schreib aus, was du tust
Viele Firmenseiten bleiben zu allgemein. „Wir bieten umfassende Lösungen für Ihre Bedürfnisse“ sagt weder einem Kunden noch einer Maschine etwas. Konkret heißt es dagegen: „Wir tauschen Heizkessel in Ein- und Zweifamilienhäusern in Kassel und im Landkreis.“ Dieser Satz nennt die Leistung, das Objekt und die Region. Genau danach fragen Menschen, und genau so formulieren sie auch Fragen an KI-Assistenten.
So gehst du vor
- Schreibe für jede Hauptleistung eine eigene Seite. Wer Heizung, Sanitär und Badsanierung anbietet, braucht drei Seiten statt einer langen Sammelseite.
- Erkläre auf jeder Seite in einfachen Worten, was passiert, für wen es gedacht ist und wie ein Auftrag abläuft.
- Nenne dein Einsatzgebiet mit Ortsnamen. Liste nur Orte auf, die du wirklich anfährst. Fünfzig Orte, in denen du nie arbeitest, bringen nichts und wirken unglaubwürdig.
- Gib Öffnungszeiten und, falls vorhanden, Notdienstzeiten an. Schreibe sie als Text auf die Kontaktseite, nicht nur als Bild.
- Wenn du Preise oder Richtwerte nennen kannst, nenne sie mit dem Hinweis, wovon der Preis abhängt. Erfinde keine Pauschalen, die du nicht halten kannst.
- Beantworte typische Kundenfragen in einem kurzen Frage-Antwort-Block, zum Beispiel: Wie schnell kommt ihr? Gibt es einen Kostenvoranschlag?
Über uns und Nachweise: zeig, dass es dich wirklich gibt
Die Seite „Über uns“ wird gern lieblos ausgefüllt, dabei ist sie für Vertrauen wichtig. Schreibe dort, wer den Betrieb führt, seit wann es ihn gibt (wenn du das Gründungsjahr sicher weißt), wie groß das Team ist und welche Ausbildung die Leute haben. Echte Fotos von dir und deinem Team wirken besser als Stockfotos.
Google beschreibt Qualität unter anderem mit dem Begriff E-E-A-T: Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Du musst den Begriff nicht auswendig kennen. Die Frage dahinter ist einfach: Kann ein Fremder erkennen, dass du weißt, wovon du sprichst?
Dazu helfen Nachweise, die du tatsächlich hast:
- Meisterbrief oder Eintragung in die Handwerksrolle bei zulassungspflichtigen Handwerken
- Mitgliedschaft in einer Kammer oder Innung
- Herstellerschulungen und Zertifikate mit Aussteller und Jahr
- bei Kanzleien die Zulassung und gegebenenfalls Fachanwaltstitel
Schreibe sie als Text auf die Seite („Eingetragen in der Handwerksrolle der Handwerkskammer …“) und nicht nur als Logo-Bild, denn Text lesen Maschinen zuverlässig. Nenne nur, was du wirklich besitzt und was noch gültig ist. Titel oder Mitgliedschaften, die du nicht hast, sind irreführend und können rechtliche Folgen haben.
Technik für Einsteiger: strukturierte Daten und Verknüpfungen
Du kannst Maschinen die wichtigsten Angaben zusätzlich in einer festen Form mitgeben. Das nennt man strukturierte Daten. Du kannst es dir wie ein Etikett im Hintergrund der Seite vorstellen, das Besucher nicht sehen. Darauf steht: Das hier ist ein Betrieb, er heißt so, er sitzt dort, er ist so zu erreichen.
Für Firmen mit Standort gibt es dafür das LocalBusiness-Markup (Markup heißt hier schlicht: Auszeichnung im Code). Es enthält Name, Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten und die Adresse deiner Website. Ergänzen kannst du eine Liste mit sameAs: Das sind Links zu deinen offiziellen Profilen, etwa dem Google-Unternehmensprofil, einer Firmenseite bei LinkedIn oder XING oder dem Eintrag bei der Kammer. So zeigst du, dass diese Seiten zu demselben Betrieb gehören.
- Bei WordPress bieten viele SEO-Plugins ein Formular für diese Angaben. Du trägst Name, Adresse und Zeiten einmal ein.
- Hast du einen Webentwickler, schick ihm deine festgelegten NAP-Daten und bitte um LocalBusiness-Markup.
- Prüfe das Ergebnis mit dem „Test für Rich-Suchergebnisse“ von Google. Er zeigt, ob die Daten lesbar sind.
- Die Angaben im Markup müssen mit dem sichtbaren Text übereinstimmen. Schreibe keine Bewertungen oder Auszeichnungen hinein, die auf der Seite nicht stehen.
Strukturierte Daten sind eine Ergänzung. Ohne klare Texte auf der Seite helfen sie wenig.
Typische Fehler auf Firmenwebsites
Beim Durchsehen vieler Firmenseiten fallen immer wieder dieselben Schwächen auf. Wenn du sie kennst, kannst du sie leicht vermeiden.
- Alles steckt in Bildern. Öffnungszeiten, Leistungsliste oder Telefonnummer sind als Grafik eingebaut. Menschen können das lesen, Maschinen nur schlecht. Schreibe wichtige Angaben immer zusätzlich als Text.
- Die Startseite macht alles auf einmal. Heizung, Bad, Dach und Gartenbau stehen auf einer Seite, und keine Leistung wird erklärt. Besser sind eine klare Startseite und je eine Seite pro Leistung.
- Veraltete Angaben. Die alte Nummer steht noch im Kontaktformular, die Öffnungszeiten stammen aus dem letzten Jahr. Setze dir einen jährlichen Prüftermin.
- Kein Ansprechpartner. Niemand wird namentlich genannt. Ein Name und ein Foto machen den Betrieb greifbar.
- Floskeln statt Fakten. Sätze wie „Qualität steht bei uns an erster Stelle“ sagen nichts. Ersetze sie durch Belege: wie lange es den Betrieb gibt, was ihr genau macht und welche Ausbildung die Leute haben.
- Fehlende Datenschutzerklärung oder unvollständiges Impressum. Beides ist Pflicht und wird schnell zum Ärgernis, wenn es fehlt.
Gehe die Liste bei deiner eigenen Seite einmal durch. Oft sind nach einer Stunde die größten Lücken geschlossen.
Checkliste zum Abhaken und wie erwähnung.de deine Angaben liest
Gehe die Liste einmal in Ruhe durch. Meist reichen ein bis zwei Stunden für die Grundlagen.
- Impressum vollständig und von jeder Seite per Link erreichbar
- Firmenname, Adresse und Telefonnummer festgelegt und in einer Notiz gespeichert
- Kopfzeile, Fußzeile, Kontaktseite und Impressum zeigen dieselben Angaben
- Jede Hauptleistung hat eine eigene Seite mit konkretem Text
- Einsatzgebiet mit echten Ortsnamen genannt
- Öffnungs- und Notdienstzeiten als Text vorhanden
- „Über uns“ mit Namen, Team und echten Fotos
- Nachweise als Text mit Aussteller genannt, nur gültige und echte
- LocalBusiness-Markup und sameAs eingerichtet und getestet
- Einmal im Jahr alles erneut prüfen
Auch bei erwähnung.de spielen diese Angaben eine Rolle. Der Fakten-Index bewertet unter „Daten & Erreichbarkeit“ (30 % der Gesamtnote), ob Name, Adresse, Telefon und Zeiten vollständig und stimmig auffindbar sind. Dafür lesen wir deine Website und vergleichen die Angaben mit anderen Quellen. Auf der Erwähnungs-Karte jeder Firma zeigt eine Konsistenz-Ampel, ob die Quellen zusammenpassen. Wie die Listen genau entstehen, steht unter So entstehen die Listen. Deinen Eintrag kannst du kostenlos unter Eintrag übernehmen beanspruchen. Aufnahme und Rang lassen sich nicht kaufen.
Häufige Fragen
Brauche ich als Kleinbetrieb wirklich ein Impressum?
Wenn du eine Website geschäftsmäßig betreibst, ja. Die Pflicht ergibt sich aus § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (früher § 5 TMG). Das gilt auch für Einzelunternehmer und kleine Betriebe. Welche Angaben bei dir im Detail nötig sind, lässt du am besten von einem Anwalt oder deiner Kammer bestätigen.
Reicht eine Telefonnummer ohne E-Mail-Adresse im Impressum?
Üblich und nach der gesetzlichen Vorgabe vorgesehen ist eine E-Mail-Adresse plus ein zweiter Weg zur schnellen Kontaktaufnahme, meist das Telefon. Nur eine Nummer allein ist deshalb in der Regel zu wenig.
Muss ich strukturierte Daten selbst einbauen?
Nein. Viele WordPress-Plugins und Website-Baukästen können das über ein Formular. Wichtiger als die Technik ist, dass Name, Adresse und Leistungen im sichtbaren Text klar und überall gleich stehen.
Wie viele Leistungsseiten sind sinnvoll?
Eine Seite pro Hauptleistung, die du wirklich anbietest. Eine feste Zahl gibt es nicht. Lieber wenige Seiten mit konkretem, hilfreichem Text als viele dünne Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden.
Wie schnell wirken Änderungen an meiner Website?
Das lässt sich nicht verlässlich sagen. Google und andere Systeme lesen Seiten in unterschiedlichen Abständen neu ein. Plane eher Wochen als Tage ein und prüfe danach, ob deine Angaben dort richtig angezeigt werden.