Erwähnungen gewinnen ohne Linkkauf: Presse, Verbände & Co.
Was eine Erwähnung ist und warum sie zählt
Eine Erwähnung ist jede Stelle im Netz, an der deine Firma genannt wird, zum Beispiel in einem Zeitungsartikel, einer Mitgliederliste, einem Blogbeitrag oder der Seite eines Partners. Der Fachbegriff dafür ist auch Brand-Mention. Setzt die Stelle einen Link auf deine Website, ist es ein Backlink. Fehlt der Link, spricht man von einer unverlinkten Erwähnung.
Warum ist das wichtig? Suchmaschinen und KI-Assistenten lesen Texte. Wenn dein Firmenname dort zusammen mit deiner Branche und deinem Ort auftaucht, kann das helfen, dich richtig einzuordnen. Außerdem zeigt eine Nennung durch Dritte, dass andere dich kennen. Eine Garantie, dass dich eine bestimmte Erwähnung im Ranking nach vorn bringt, gibt es nicht. Niemand außer den Suchmaschinen selbst kennt die genauen Regeln.
Die gute Nachricht: Die besten Erwähnungen sind die, die du dir ehrlich verdienst, und dafür brauchst du keinen Marketingetat.
Warum Linkkauf nicht der Weg ist
Es gibt Anbieter, die dir gegen Geld Links auf fremden Seiten verkaufen. Das ist verlockend, hat aber mehrere Haken:
- Google zählt gekaufte Links, die das Ranking beeinflussen sollen, zu den Verstößen gegen seine Spam-Richtlinien (Stichwort Linkspam). Die Folge kann sein, dass solche Links ignoriert werden oder die Seite schlechter dasteht.
- Bezahlte Beiträge müssen gegenüber Lesern als Werbung erkennbar sein. Schleichwerbung ist nach dem Wettbewerbsrecht ein Problem. Bei Links gehört dann ein passender Hinweis dazu, etwa die Kennzeichnung als gesponsert.
- Du weißt oft nicht, wo der Link landet. Seiten, die jeden Link verkaufen, haben selten Leser, die dich als Kunden interessieren.
Das heißt nicht, dass jede bezahlte Werbung falsch ist. Eine ehrlich gekennzeichnete Anzeige in der Vereinszeitung oder das Sponsoring eines Sportfests ist völlig in Ordnung. Entscheidend ist, dass niemand getäuscht wird und du nicht heimlich Rankings kaufen willst. Die folgenden Wege kosten wenig oder nichts und halten länger.
Weg 1: Die lokale Presse
Lokalredaktionen suchen laufend Geschichten aus der Region. Das ist deine Chance, auch als kleiner Betrieb. Anlässe gibt es mehr, als man denkt:
- Betriebsjubiläum oder Firmengründung
- Neue Räume, neuer Standort, Neueröffnung
- Ausbildung: neue Azubis, bestandene Prüfungen, Tag der offenen Tür
- Ein besonderes Projekt, etwa die Sanierung eines bekannten Gebäudes (mit Erlaubnis des Eigentümers)
- Spenden, Mitarbeit in Vereinen, Hilfsaktionen vor Ort
- Fachwissen: Du erklärst, worauf man bei der Heizungswartung vor dem Winter achten sollte
So schreibst du eine Pressemitteilung
- Beginne mit dem Wichtigsten in zwei Sätzen: Wer macht was, wann, wo und warum ist das für Leser interessant?
- Schreibe sachlich in der dritten Person, ohne Werbesprache. Nicht „führender Anbieter“, sondern „Familienbetrieb mit sieben Mitarbeitern“, wenn das stimmt.
- Füge ein bis zwei Zitate von dir ein, die wirklich von dir stammen.
- Hänge ein gutes Foto an, auf dem Menschen zu sehen sind, und beachte Bildrechte und die Zustimmung der Abgebildeten.
- Gib Kontaktdaten für Rückfragen an.
- Schicke die Mitteilung an die zuständige Redaktion und rufe ein bis zwei Tage später kurz an.
Ob und wie berichtet wird, entscheidet die Redaktion. Es gibt keine Garantie. Bleib freundlich und biete Themen an, statt auf einen Abdruck zu pochen.
Weg 2: Verbände, Kammern, Innungen
Berufsorganisationen führen Mitgliederlisten, versenden Newsletter und veröffentlichen Berichte über Mitglieder. Wenn du dort aktiv bist, wirst du genannt. Die wichtigsten Anlaufstellen sind deine Kammer, deine Innung und der Fachverband deines Gewerks.
- Prüfe, ob du im Mitgliederverzeichnis mit korrekten Daten stehst und ob dort ein Link auf deine Website möglich ist.
- Melde dich, wenn es Prüfungsausschüsse, Arbeitskreise oder Ausbildungsbeauftragte gibt. Ehrenamtliche Mitarbeit wird oft öffentlich erwähnt.
- Schick der Geschäftsstelle Neuigkeiten aus dem Betrieb, etwa ein bestandenes Meisterstück deines Gesellen oder ein Jubiläum. Viele Verbände veröffentlichen solche Meldungen.
- Nutze Veranstaltungen wie Tag des Handwerks oder Ausbildungsmessen als Anlass.
Der Vorteil: Eine Nennung durch eine Kammer oder einen Verband ist für Leser und für Maschinen besonders glaubwürdig, weil dort bekannt ist, wer dazugehört.
Weg 3: Kooperationen und Partner
Betriebe, die sich gegenseitig empfehlen, tauchen auch gegenseitig in den Texten des anderen auf. Das lässt sich ganz natürlich aufbauen.
- Nachbargewerke: Ein Elektriker, ein Fliesenleger und ein Maler arbeiten oft auf derselben Baustelle. Eine Seite „Unsere Partner“ auf beiden Websites, mit je zwei Sätzen, wie ihr zusammenarbeitet, ist ehrlich und nützlich.
- Hersteller und Großhändler: Viele Hersteller pflegen Suchen für Fachbetriebe. Frag nach, ob du aufgenommen werden kannst, und welche Voraussetzungen es gibt (zum Beispiel eine Schulung).
- Architekten, Hausverwaltungen, Steuerberater: Wer regelmäßig Aufträge vermittelt, nennt dich vielleicht auf der eigenen Seite. Biete im Gegenzug an, fachlich zuzuarbeiten.
- Vereine und Schulen: Sponsoring, Praktikumsplätze und Ausbildungsmessen führen oft zu Nennungen auf Vereins- und Schulseiten.
- Referenzkunden: Wenn ein Kunde zustimmt, darfst du ihn als Referenz nennen, und er kann seinerseits auf dich verweisen.
Wichtig: Bilde keine reinen Linktausch-Ringe, in denen sich viele Firmen ohne echten Bezug gegenseitig verlinken. Das ist ein bekanntes Muster, das Suchmaschinen als Manipulation ansehen. Verlinke nur, wenn die Zusammenarbeit real ist.
Weg 4: Eigene Inhalte, die andere zitieren
Leute nennen dich, wenn du etwas Nützliches zu sagen hast. Das nennt man digitale PR, also Öffentlichkeitsarbeit im Netz. Erwähnungen, die du nicht bezahlst, heißen Earned Media, also verdiente Aufmerksamkeit.
- Schreibe auf deiner Website einen guten Ratgeber zu einer Frage, die Kunden ständig stellen. Er wird eher verlinkt als jede Werbeseite.
- Biete dich der Lokalpresse als Ansprechpartner für dein Fachthema an, zum Beispiel für Energiesparen oder Mietrecht, je nach Branche.
- Schreibe auf Anfrage einen Gastbeitrag für Vereins- oder Verbandsseiten. Kennzeichne dich klar als Autor.
- Beantworte Fragen in Foren oder Gruppen ehrlich und hilfreich, mit offenem Hinweis darauf, dass du Anbieter bist. Verstecke keine Werbung in Antworten.
Taucht dein Name in Texten gemeinsam mit anderen bekannten Betrieben oder Stellen deiner Branche auf, nennt man das Co-Citation. Du musst das nicht planen. Es passiert von selbst, wenn du in Fachkreisen sichtbar bist.
Vier-Wochen-Plan und was du nicht erwarten solltest
Ein Vier-Wochen-Plan für den Start
Damit du nicht alles auf einmal anfängst, hier ein Vorschlag, wie du in einem Monat mit überschaubarem Aufwand beginnst. Du brauchst pro Woche etwa eine Stunde.
- Woche 1: Bestandsaufnahme. Suche nach deinem Firmennamen, notiere vorhandene Erwähnungen, richte einen Google Alert ein und prüfe, ob du in den Mitgliederlisten von Kammer, Innung und Verband mit richtigen Daten stehst.
- Woche 2: Anlässe sammeln. Schreibe auf, was in den nächsten Monaten bei dir ansteht: Jubiläum, Azubi-Start, besonderes Projekt, Messe, Spendenaktion. Wähle ein bis zwei Themen aus, die für Leser vor Ort interessant sind.
- Woche 3: Kontakt aufnehmen. Schreibe eine kurze Pressemitteilung, schicke sie an die Lokalredaktion und frage bei zwei Partnerbetrieben, ob eine gegenseitige Nennung auf den Websites sinnvoll wäre.
- Woche 4: Eigene Inhalte. Veröffentliche auf deiner Website einen Ratgeber zu einer häufigen Kundenfrage und weise Partner und Verband darauf hin, wenn der Beitrag für deren Mitglieder nützlich ist.
Danach wiederholst du den Ablauf in ruhigerem Rhythmus. Ein bis zwei Aktionen pro Quartal genügen oft, um stetig sichtbar zu bleiben.
Was du dir nicht versprechen solltest
Ehrlichkeit gehört zu diesem Thema. Es gibt Dinge, die niemand verlässlich zusagen kann, auch keine Agentur:
- eine bestimmte Platzierung in Google oder eine garantierte Nennung durch KI-Assistenten
- einen Abdruck in der Zeitung auf eine Pressemitteilung hin
- einen festen Zeitpunkt, an dem sich Erwähnungen in mehr Anfragen auszahlen
Misstraue Angeboten, die „hunderte Erwähnungen in kurzer Zeit“ oder „Top-Rankings in Wochen“ versprechen. Meist stecken dahinter gekaufte oder automatisch erzeugte Beiträge auf Seiten ohne Leser. Solche Spuren können dir eher schaden. Wenige echte Nennungen auf Seiten mit tatsächlichen Lesern sind mehr wert als viele ohne Bezug zu deiner Branche und deinem Ort.
Sinnvoll ist deshalb eine einfache Faustregel: Würdest du die Seite, auf der du genannt wirst, auch dann gut finden, wenn Google sie nicht beachtet? Wenn ja, ist es vermutlich eine gute Erwähnung.
Erwähnungen finden, pflegen und nachfassen
Du musst wissen, wo du schon genannt wirst, um darauf aufzubauen.
- Suche in Google nach deinem Firmennamen in Anführungszeichen, zusammen mit deinem Ort. Notiere alle Treffer in einer Tabelle.
- Richte einen Google Alert (ein kostenloser Benachrichtigungsdienst) für deinen Firmennamen ein, damit du von neuen Nennungen erfährst.
- Prüfe jede Nennung: Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer? Bitte höflich um Korrektur, falls nicht.
- Findest du eine Erwähnung ohne Link, kannst du freundlich fragen, ob ein Link auf deine Seite ergänzt werden kann. Erwarte keine Zusage und dränge nicht.
- Bedanke dich bei Redaktionen und Partnern. Wer sich gut behandelt fühlt, schreibt später wieder über dich.
Bei erwähnung.de ist die digitale Autorität ein Teil des Fakten-Index (25 % der Gesamtnote). Dazu gehört, wie oft und wo eine Firma von unabhängigen Stellen genannt wird. Kaufen kannst du diese Wirkung bei uns nicht: Niemand zahlt für Aufnahme oder Rang. Was wir messen und wie, steht unter So entstehen die Listen. Deinen Eintrag kannst du kostenlos unter Eintrag übernehmen beanspruchen.
Häufige Fragen
Brauche ich Backlinks, oder reichen Erwähnungen ohne Link?
Beides hat Wert, aber Links sind kein Muss für jede Nennung. Eine unverlinkte Erwähnung zeigt Suchmaschinen und KI-Assistenten trotzdem, dass dein Name im Zusammenhang mit deiner Branche und deinem Ort vorkommt. Kümmere dich zuerst um echte, ehrliche Nennungen und frag erst danach höflich nach einem Link.
Ist Sponsoring erlaubt, wenn der Verein mich dafür verlinkt?
Ja, Sponsoring ist üblich und völlig in Ordnung, solange nichts verschleiert wird. Wenn der Link auf einer Sponsorenliste steht, ist das für Leser klar erkennbar. Beim Setzen der Links bevorzugen Suchmaschinen für bezahlte oder gesponserte Links eine entsprechende Kennzeichnung (sponsored oder nofollow). Das kann der Verein einrichten.
Wie oft sollte ich Pressemitteilungen verschicken?
Nur wenn du einen echten Anlass hast. Ein bis zwei gute Meldungen im Jahr sind besser als monatliche Texte ohne Neuigkeit. Redaktionen merken sich Betriebe, die selten, aber relevant schreiben.
Wie lange dauert es, bis Erwähnungen etwas bewirken?
Das lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Erwähnungen wirken eher langsam und im Zusammenspiel mit deiner Website und deinen Einträgen. Plane Monate ein und versprich dir keine schnellen Sprünge.
Was mache ich, wenn jemand falsche Angaben über meine Firma veröffentlicht?
Schreib die Redaktion oder den Seitenbetreiber freundlich an, nenne die richtigen Angaben und bitte um Korrektur. Bei Falschbehauptungen mit Rufschaden lass die Lage von einem Anwalt prüfen, bevor du weitere Schritte unternimmst.